Mission: Frische Luft! Sicherer Reifendruck als Dienstleistung
Manuela Zimmermann, Geschäftsführerin AIR-Serv Deutschland will Deutschen das Prüfen des Reifendrucks so einfach wie nie machen. Hier erklärt sie warum – und wie.
Es ist ein Paradox. Niemand liebt, kennt, pflegt sein Auto so sehr wie deutsche Autofahrer. Aber Reifendruck regelmäßig prüfen und einstellen? Das ist für viele weiterhin eine schier unüberwindbare Kombination aus zu kompliziert, zu lästig, nicht wichtig genug.
Dabei hat falscher Reifendruck Folgen für die Fahrsicherheit, die Lebensdauer der Reifen und für den Spritverbrauch. Alles Dinge, die der Autonation Deutschland doch am Herzen liegen!
Wo hakt es? Meine Meinung: Es ist nicht einfach, zuverlässig und verfügbar genug.
Unsere Branche mehr tun muss, damit das Prüfen und richtige Einstellen von Reifendruck so einfach wird, dass man nicht mehr drüber nachdenken muss.
Und das habe ich zu unserer Mission erklärt.
Wenn man in den Autoforen querliest, ist in Diskussionen über öffentlich zugängliche Reifendruckprüfgeräte hauptsächlich Frustration zu spüren. Wenn jeder Autofahrer, der Reifendruck prüfen will, nur kaputte Geräte vorfindet und dann aufgibt, ist er/sie für die Sache verloren. Das den Tankstellenbesitzern anzuhängen und aufzubürden ist nicht fair. Die haben genug zu tun.
Nein, das Vertrauen in die Infrastruktur wieder aufzubauen und so das regelmäßige Prüfen des Reifendrucks selbstverständlich und unkompliziert zu machen, das ist unsere Aufgabe. Wir haben die Werkzeuge dazu in der Hand.
Und das sind eben nicht allein die erstklassigen, geprüften und geeichten Geräte. Die sind das Minimum. Entscheidend ist ihre ununterbrochene, flexible Verfügbarkeit. Dazu muss man Reifendruck als Dienstleistung verstehen, nicht das Gerät als Produkt. Wie geht das?
1 Durch radikale Transparenz
Wenn man einmal akzeptiert hat, dass tolle Geräte allein nicht genug sind, dann ist vor allem Echtzeittransparenz wichtig. Funktionieren alle Maschinen im Netzwerk? Wo sind die Servicetechniker gerade? Wie schnell kriegen wir ein Gerät wieder online? Aber auch: Hat die Maschine Stoßzeiten, für die man besser planen könnte? Wird bei Geräten im Umfeld viel bargeldlos bezahlt, so dass sich eine Erweiterung der Zahlungsmethoden empfiehlt?
Das alles sind Fragen, die wir durch die neue Transparenz (über Telemetrie, Dashboards, etc) endlich beantworten können. Dadurch haben wir zum Beispiel Reparaturzeiten um 75% reduzieren können. Einfache Sachen wie bessere Routenplanung für Techniker, haben einen riesigen Unterschied gemacht.
2 Durch laufende Modernisierung
Dass Upgrades ältere Geräte weniger störungsanfällig machen, liegt auf der Hand. Das Warum ist vielleicht weniger offensichtlich. Unsere Maschinen sind Münzgeräte und anhand der Störungsdaten können wir sehen, dass Münzstaus, Vandalismus am Münzsystem und volle Münzbehälter eine signifikante Fehlerquelle sind.
Eine Aufrüstung mit bargeldlosen Zahlungssystemen erhöht deshalb die Verfügbarkeit der Maschine, indem sie Redundanz schafft und das Münzvolumen reduziert. Auf den über 1000 Maschinen, die wir schon mit bargeldloser Zahlung ausgestattet haben, finden mittlerweile 29% der Transaktionen bargeldlos statt. Das erweitert auch den Nutzerkreis, etwa für jüngere Kunden, die ganz selbstverständlich kein Bargeld mehr mit sich herumtragen.
Jenseits der reinen Funktionalität ist aber auch schlicht die Attraktivität und Benutzerfreundlichkeit der Geräte Fokus der Modernisierung – auch so lässt sich die Hemmschwelle senken.
3
Durch kompromisslose Hilfsbereitschaft
Reifendruck als perfekte Dienstleistung, das funktioniert nur, wenn auch aus der Ferne effektiv die Verantwortung für das einwandfreie Funktionieren der Geräte übernommen werden kann. Ansonsten wird doch wieder das Personal an der Tankstelle, das hundert andere Dinge zu tun hat, belastest. Telemetrie ist hier wichtig, als Sicherheitsnetz aber auch zusätzlich ein professionelles Call Center mit gut geschulten Mitarbeitern, die helfen wollen und können.
Im Idealfall wissen wir dank unserer Dashboards schon vor dem Personal vor Ort, dass etwas nicht funktioniert. Wenn nicht, dann bleibt das Call-Center-Team so lange am Telefon, bis eine Lösung gefunden ist. Das ist explizit ihre Aufgabe, die sich direkt aus dem Dienstleistungsbewusstsein ableitet, das mir so wichtig ist. Wer nur ein Gerät verteidigt hilft keinem Kunden.
Unsere B2B-Kunden merken den Unterschied und senden positives Feedback . Und wenn wir die Herzen der Tankstellenbesitzer zurückerorbert haben, dann steht der flächendeckenden Bereitstellung von Reifendruck als Dienstleistung nichts mehr im Wege. Auf unseren Lorbeeren ausruhen werden wir uns nicht. Ich lasse erst locker, wenn Deutsche den Reifendruck mit der gleichen Selbstverständlichkeit prüfen, wie sie den Sicherheitsgurt anlegen.
zurück