Was passiert, wenn uns die Luft ausgeht? Reifendruck vernachlässigen hat Folgen.
Warum ist Reifendruck so wichtig, dass der ADAC dazu rät, ihn alle zwei Wochen zu prüfen? Und wer macht das schon? Fast niemand, zeigen die regelmäßigen Umfragen von Tankstellenketten und Reifenherstellern zum Thema (eine vielzitierte HEM-Umfrage kam auf 16%).
Seit der Einführung von Reifendruckkontrollsystemen (RDKS) als Pflichtausrüstung für Autos in Europa ist die Zahl derer, die regelmäßig den Reifendruck prüfen, weiter rückläufig. Dabei gilt die ADAC-Empfehlung explizit auch für Fahrzeuge mit RDKS.
Ein Teil des Problems ist die mangelnde Verfügbarkeit von Prüfgeräten an Tankstellen und (immer wichtiger) an Ladegeräten für Elektroautos – darauf hat kürzlich auch der Deutscher Verkehrssicherheitsrat (DVR) noch einmal deutlich hingewiesen. Das ist der praktisch lösbare Teil. Die flächendeckende Bereitstellung und Verfügbarkeit von Prüfgeräten – darum kann ich mich zusammen mit dem Team hier bei AIR-Serv kümmern (mehr dazu hier).
Der zweite Teil des Problems ist meiner Meinung nach größer und schwieriger: Wir müssen als Autofahrer:innen in Sachen Reifendruck das gleiche Risikobewusstsein entwickeln, wie wir es ohne mit der Wimper zu zucken für das Fahren ohne Sicherheitsgurt oder unter Alkoholeinfluss aufbringen.
Bewusstsein schaffen heißt, über Risiken und Nebenwirkungen konsequent aufzuklären. Dabei kann es nie schaden, diese so oft wie möglich zu wiederholen. Hier ist meine Version – gern auch zum Ausdrucken und Weitergeben:
Reifendruck vernachlässigen ist gefährlich
In 2024 waren laut Statistischem Bundesamt waren Reifenmängel als Ursache von Verkehrsunfällen für 1400 Personenschäden verantwortlich. Mehr als Probleme mit den Bremsen. Das kalte Wort „Personenschaden“ verbirgt 14 Todesopfer, 232 Schwer- und 1119 Leichtverletzte.
Der Reifendruck trägt entscheidend dazu bei, dass Reifen ihren Dienst zwischen Fahrzeug und Straße zuverlässig erledigen können. Schon eine Abweichung um ein halbes Bar verlängert den Bremsweg, verschlechtert das Fahrzeugverhalten - etwa beim Aquaplaning oder in Kurvenlagen - und kann zum katastrophalen Versagen des Reifens führen (sprich: Alptraum Reifenplatzer bei hohem Tempo!). Eine Vollbeladung des Fahrzeugs verlangt höheren Reifendruck, weshalb die Fahrt in den Urlaub (extra Beladung + lange Autobahnstrecken) ein besonderes Risikoszenario darstellen.
Reifendruck vernachlässigen kostet Geld
Ein zu geringer Reifendruck erhöht den Rollwiderstand der Reifen, was sich in höherem Spritverbrauch oder, beim Elektroauto, in verringerter Reichweite niederschlägt. Schon bei einem halben Bar zu geringem Reifendruck kann sich der Verbrauch um 5% erhöhen. Das läppert sich.
Hinzu kommt der erhöhte Verschleiß an den Reifen, der die Lebensdauer verringert und so schneller zum nächsten Reifenkauf führt. Hier ist auch ein viel zu hoher Reifendruck nachteilig, da er aufgrund ungleichmäßiger Abnutzung ebenfalls zu beschleunigtem Verschleiß führt.
Ein um 0,2 bar leicht erhöhter Reifendruck ist allerdings kein Problem und kann, so die freundlichen Experten vom ADAC, noch etwas mehr Kraftstoff sparen. So kann man mit korrekt eingestelltem Reifendruck sogar aktiv Geld sparen.
Reifendruck vernachlässigen schadet der Umwelt
Spritverbrauch, der uns nicht vorwärts bringt, erzeugt vermeidbare Emissionen. Unnötiger Reifenverschleiß ist schlicht Verschwendung. Auch wenn für manche das Sicherheitsargument schwerer ins Gewicht fallen und der monetäre Anreiz überzeugender sein mag, so kommt man doch nicht daran vorbei, dass das achtlose Verbraten von Rohstoffen niemandem gut steht.
Wer seinen Müll sortiert kann auch auf seinen Reifendruck achten! Dass das immer problemlos und ohne Stress möglich ist, dafür sorgen wir gern – zusammen mit Tankstellenbetreibern, Autohöfen und Ladestationen.
Quellen
https://www.umweltbundesamt.de/umwelttipps-fuer-den-alltag/mobilitaet/sprit-sparen
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